Lohnsteuerhaftung
Sonntag, 20. Oktober 2019

 

Lohnsteuerhaftung
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Selbständig oder Arbeitnehmerin?

Betreiber von Bordellen oder FKK-Clubs können als Arbeitgeber von Prostituierten angesehen werden.

Stellt sich der Sex- und Saunaclub nach außen wie eine organisatorische Einheit dar, in der alle Leistungen als betriebseigene angeboten werden und sind die Prostituierten fest in die Organisation des Clubs eingebunden, ist von einem nichtselbständigen Arbeitsverhältnis auszugehen, im Rahmen dessen der Betreiber des Sex- und Saunaclubs als Arbeitgeber Lohnsteuer abführen muss.

Hauptsächlich wird dieser Tatbestand von Finanzämtern bei Steuerprüfungen vor Ort festgestellt. Unbedachtheit bei der Betriebsorganisation kann fatale Folgen für den Betreiber haben. Kommen die Beamten zu dem Schluss, dass zu viele Anweisungen die Selbständigkeit überlagern, so sind Steuern und Solidatitätszuschlag (Soli) zu zahlen - auch für die Vergangenheit.

Juristen definieren es so:
Eine abhängige Beschäftigung werde schon dann ausgeübt, wenn sie durch ein eingeschränktes Direktionsrecht des Arbeitgebers bei einem Höchstmaß an Eigenverantwortung der Prostituierten und eine gewisse Eingliederung in den Betrieb gekennzeichnet ist.

Bei einem geschätzten Monats-Verdienst von 2.500 EUR sind rund 400 EUR Lohnsteuer und Soli zu zahlen. Also etwa 5.000 EUR pro Jahr. Diese Steuersumme ist mit der Anzahl der Prostituierten zu multiplizieren, und anschließen noch mit der Anzahl Jahre der Betriebsführung. Schnell kommen Hunderttausende zusammen, in der Regel ist der Betreiber nach einem solchen Verfahren ruiniert!

Der UEGD hält Informationen bereit, nach welchen Kriterien sich ein Angestelltenverhältnis begründet und was der Betreiber dagegen tun kann.
 

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