Freitag, 18. Oktober 2019

 

36 EU-Abgeordnete gegen Prostitution in Hotels

euhotelsWie den Medien zu entnehmen ist, fordern 36 EU-Abgeordnete in einem Schreiben den Parlamentspräsidenten auf, die Volksvertreter und ihre Mitarbeiter sollen in der Straßburger Parlamentswoche nur noch in prostitutionsfreien Hotels übernachten. Dazu sollen sie sich in einer Art Ehrenkodex verpflichten.

So ein Brief ist natürlich ein gefundenes Fressen für die Presse. Da wird aus Straßburg "Straps-Burg" und den Abgeordneten wird unterstellt, sie fördern die Zwangsprostittion. Ebenfalls auf diesen Zug ist auch die Deutsche FDP-Abgeordnete und Spitzenkandidatin ihrer Partei, Silvana Koch-Mehrin aufgesprungen. In einem Interview mit der „Bunten“ warf sie Parlamentskollegen vor, sich in Straßburg „wie im Landschulheim“ zu benehmen. Sie handelten „nach dem Motto: Hier kennt mich keiner, hier kann ich machen was ich will“.

Solche Äußerungen stoßen bei anderen Parlamentariern auf wenig Gegenliebe. Der Vorsitzende der Fraktion der Europäischen Volkspartei (EVP), Joseph Daul, forderte Koch-Mehrin zu einer „öffentlichen und offiziellen“ Entschuldigung auf. Sie habe die Abgeordneten „beschmutzt und beleidigt“, entrüstete sich der Franzose. Der Chef der Grünen-Fraktion, Daniel Cohn-Bendit, spricht von einer „dümmlichen Sauberkeitskampagne“ – entsprungen aus den „Phantasien von Frau Koch-Mehrin“.

In Frankreich ist Prostitution nicht verboten. Ausnahme, wenn Hotels ihren Gästen Prostituierte oder Call Girls vermitteln, dann wird ein Strafverfahren wegen Zuhälterei eingeleitet. Kaum ein seriöses Hotel würde so etwas riskieren.

Wenn ein Gast dank einschlägiger Internetangebote oder in einer Bar eine Frau kennenlernt, so kann ihn niemand daran hindern, sie mit auf's Zimmer zu nehmen. Dagegen schützt auch der beste Ehrenkodex nicht.

Der UEGD hat den Eindruck, dass mit diesem Brief, den primär nordeuropäische Abgeordnete unterzeichneten in deren Ländern Prostitution verboten ist, mit dem Wahlkampf zur Europawahl 2009 begonnen wurde. Als Berufsverband unterstützen wir die legale Ausübung der Prostitution und das Grundrecht diese Dienstleistung in Anspruch zu nehmen, ohne diskriminiert oder gar denunziert zu werden.


 

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